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Nachträgliche Wegeverbreiterung

Treffen in der Renaturierung der Weihung am 16.04. um 11:00

Manfred, Chris, Werner, Barbara, Maria, Andrea (Protokoll).

Thema: Wegverbreiterung innerhalb des bereits renaturierten Geländes unterhalb der „Halde“ durch die Gemeinde

Im Bereich der Weihungsrenaturierung Staig ist ein fünf Meter breiter Korridor abgesteckt, in den ein Wirtschaftsweg gebaut werden soll.

So breit, wie die Markierungspfosten gesteckt sind, werden schätzungsweise 1000m²(?) von der vom Land geförderten Renaturierungsfläche verloren gehen.

Wie will der BUND Staig dem begegnen?

  • Unterschriftenliste

  • an die Presse wenden

  • Wurfsendung an Haushalte und an Weihungsrenaturierung auslegen

  • Plakate an Renaturierung aushängen

  • Landesamt fragen, wie es mit dieser Problematik umgeht

 

Stichworte:

  • Damit werden Renaturierungsmaßnahmen überbaut. Ist dies überhaupt möglich? Erfüllt die Gemeinde hiermit noch die Kriterien der damaligen Förderung? Droht gar Regress? / Verschleuderung von Steuergeldern.

  • Der Weg soll besonders zum Abfahren von Sturmholz genutzt werden. Die Abholzung des Holzes im Inneren des Waldes wurde schon ohne Wirtschaftsweg vollendet.

  • (Anmerkung von Andrea:) das Kneippbecken war ebenfalls nachträglich eingebaut worden und damit ein Teich mit umlaufendem Wiesenbächle weggefallen.

  • guter Ausbau ja, aber nicht in diesen Dimensionen;

  • Naherholung ohne Fahrbetrieb ade (Stress, Gefahr; Wochenendmotorfahrzeuge wie weihungsaufwärts?)

  • Ein kleiner Weg hat den Charme der Entschleunigung.

  • Pflanzen und Tiere geschützter;

  • Ändert sich unsere Wahrnehmung der Renaturierung und ihre Wirkung auf uns Menschen, wenn wir uns den neuen Weg entsprechend der Markierung vorstellen? Was bleibt?(Andrea)

  • Wurde diese Maßnahme genügend kommuniziert? Wollen Bürger mitreden?

  • Aufgabe des BUND ist es, aufzupassen und sich einzusetzen.

  • Lösung finden

12:00

 



Protokoll, Ortsbegehung Weg durch die Renaturierung unterhalb der Weinhalde, Steinberg

10.00 Uhr am 26.4.21 bis 11.30 Uhr

Anwesend: Jana Slave (BUND). BM Jung, Erich Kienhöfer, Franz Wahl ( Flurneuord.) , Weitere BUND-Mitglieder: Maria Baier, Werner und Barbara Hauf, Christoph Rollenhagen, Andrea Schön, Manfred Schaumann. / später Margit Aberle/ Franz Glogger SWP



Eingeladen wurde von Frau Jana Slave, BUND. Regionalgeschäftsführerin BUND Reg. Donau-Iller. Sie eröffnete die Gesprächsrunde mit einer Vorstellung der TN, sie nannte als Grund des Zusammentreffens die Bedenken des BUND in Sachen Größe des Wegebaus im Renaturierungsgebiet Weihung unter der Weinhalde. In Sachen Umweltschutz in unserer Gegend seien die BUNDLer Siegbert Heese ( erst kürzlich verstorben ) und Manfred Schaumann als sehr aktive Persönlichkeiten bekannt, die sich für die Natur ihre Heimat mächtig einsetzten. Sie nannte den Artenschwund als echte Bedrohung für unsere Zukunft.

Manfred Schaumann erläuterte die Bedenken des BUND-Staig in Anbetracht der Größe des geplanten Wegs, der ins Erholungsgebiet mit Kneipbecken und Ruhebänken und um die neu angelegte ökologisch gestaltete Blumenwiese herum führt., die im Rahmen der Weihungsrenaturierung- mit staatlichen Zuschüssen mitfinanziert und bereits angelegt wurde Davon braucht man aber für den neuen Weg zusätzlich bereits ca 1000qm von bereits angelegten Flächen. Zur Pflege des umgebenden Gebiets reicht unserer Meinung nach ein schmalerer, ein der Natur angepasster Weg ( Wanderweg, ca 2m breit ), da neu angelegte, großzügig ausgebaute Wege immer auch Verkehr erzeugen. Die geplante Gestaltung widerspricht der Grundidee einer Renaturierung und bedeutet eine nachhaltige Störung der Natur und des Erholungswertes.

Aus Gründen des Abtransports von Sturmschäden aus dem angrenzenden Hangwald die geplante Ausbaugröße des Wegs abzuleiten sehen wir nicht und ist wohl überzogen, wurde der Hang doch größtenteils erst im vergangenen Jahr mit Jungbäumen neu eingepflanzt. Auch für die Landwirtschaft sehen wir keinen Bedarf, da damit keine landwirtschaftlichen Flächen erschlossen werden müssen .

Ca 90 Leute unterstützten mit ihrer Unterschrift die Bedenken des BUND. In der Kürze der Zeit (3 Tage) und ohne Hilfe der Presse war es nur eingeschränkt möglich, die Sammlung weiter auszudehnen. Der Wunsch der Unterstützer nämlich die Erholung in intakter Natur, ist angesichts der vorgegebenen Ziele einer Renaturierung und deren hohe Kosten wohl sehr berechtigt.

BM: Der Weg sei notwendig, da für die Pflege der angrenzende Flächen nur größere Maschinen zu Verfügung stünden. Es werde Sturmholz anfallen und die Ufer der Weihung müssten immer wieder gepflegt werden. So sei es notwendig den Weg so zu gestalten, dass er auch in Zukunft seine Aufgabe erfüllen kann. Er verwies auf andere, im Rahmen der Weihungsrenaturierung neu erbaute ähnlich breiteWege, die von vielen gelobt würden.

Kienhöfer verwies auf den Beschluss des Gemeinderats, dass der Plan zu Einsicht auslag. Daraus hatte man die Vorhaben erkennen können.

Herr Wahl als Vorsitzender der Flurneuordnungs -Teilnehmergemeinschaft bestärkte den BM und Herrn Kienhöfer und hob hervor, dass daraus sich sehr wohl für die Landwirtschaft eine Bedeutung ergebe. Er tadelte den Begriff „Traktorautobahn“.

Jana Slave verwies auf die Schwierigkeit für Laien, aus den immer wieder veränderten Plänen und zuständigen, wechselnden behördlichen Stellen, die Pläne richtig zu deuten, zumal nirgendwo die Breite des Weges angegeben war.

Frau Schön: Sie erhob sie Bedenken gegen den Einbau von Kunststoffgewebe in den Weg, der nirgendwo dokumentiert oder kommuniziert wurde. Sie sieht darin eine Gefahr in Sachen Mikroplastik im Boden und im Wasser .

Ch. Rpllenhagen: Das Gewebe ist Sondermüll für unsere Nachfahren_

BM Jung: Herr Jung befand diese Art des Wegebaus an der Weihung im Wasserschutzstreifen ökologischer! So würden Teile des Wegs im Wasserschutzstreifen gebaut, da dies ermöglicht habe, dass der Wiesenhang im Gewässerschutzstreifen weniger stark abgetragen werden musste.

Jana Slave führte an, dass diese Flurneuordnung nach Informationen von der Naturschutzbehörde mit minimalst möglichem Entgegenkommen für die Natur durchgeführt wurde.


Letztendlich wurde von der Gemeinde versprochen, die über dem Schotterkoffer liegende Wegränder so mit ökologischer Saat einzusäen, so dass dem Weg die optische Breite genommen werde. Außerdem soll die Benutzung des Weges mit Motorfahrzeugen drastisch vermindert werden ( Tafel oder Schranke )

Manfred Schaumann, BUND-Staig